MBS News
09 Mai 2022

Rundholzexport vom Sauerland nach China

Nach schweren Stürmen im Sauerland waren zahlreiche Bäume entwurzelt worden. Um eine Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern, mussten die gefällten Stämme schnell verarbeitet und aus den Wäldern abtransportiert werden. Gleichzeitig entwickelte sich China kurzfristig zu einem wichtigen Absatzmarkt für Rundholz aus deutschen Forstgebieten – eine Gelegenheit, die eine präzise geplante Logistiklösung erforderte.

Rundholzexport vom Sauerland nach China

„In enger Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in Dalian konnten wir dieses umfangreiche Exportprojekt erfolgreich umsetzen“, erklärt Thomas Lukner, Leiter der Seefrachtabteilung von MBS in Köln. Der erste Schritt bestand darin, eine Reederei zu finden, die eine ausreichend große Anzahl an Containern für den Transport bereitstellen konnte. Nachdem die Buchungsbestätigung vorlag, begann nach intensiver Planung die operative Umsetzung.

Logistikplanung zwischen Wald, Hafen und Seeschiff

Die leeren Container wurden zunächst vom Hafen in einen Binnenhafen transportiert und von dort weiter zur Einschlagstelle im Wald gebracht. Vor Ort wurden die entasteten Baumstämme direkt in die Container verladen. Nach der Beladung erfolgte die Begasung des Holzes – ein notwendiger Schritt für den Export.

Da der eingesetzte Wirkstoff frostempfindlich ist, musste das Projekt außerhalb der Wintermonate durchgeführt werden. Auch die Wahl geeigneter Transportwege spielte eine wichtige Rolle: Auf aufgeweichten Waldwegen hätten die beladenen Container leicht stecken bleiben können.

Besondere Anforderungen beim Transport von Rundholz

Im Binnenhafen wurden die Container anschließend verwogen und zolltechnisch abgefertigt. Danach ging es per Binnenschiff weiter zum Hamburger Hafen, wo die Container auf ein Seeschiff mit Ziel Dalian verladen wurden. Holzbegasungen sind in Deutschland nur an ausgewählten Standorten erlaubt, was die Planung zusätzlich anspruchsvoll machte.

Nicht jeder Lkw-Unternehmer fährt gerne zur Beladung in den Wald, und auch nicht jede Reederei stellt Container für den Transport von Rundholz zur Verfügung.

Enge Abstimmung für einen reibungslosen Ablauf

„Für den Erfolg dieses Projekts war eine enge Abstimmung mit allen Beteiligten entscheidend – vom Binnenhafen über die Reederei und den Zoll bis hin zu den Transportpartnern“, so Thomas Lukner. „Nur durch diese koordinierte Zusammenarbeit konnten wir einen reibungslosen Door-to-Door-Transport sicherstellen.“

Mit Blick auf den gesamten Ablauf zieht Lukner ein zufriedenes Fazit: „Nach diesem Projekt erscheint selbst der Rücktransport der fertigen Möbel aus China fast wie ein Kinderspiel.“